Schützenkorps verlegt

Fest in die Innenstadt

Eindeutiges Votum der Mitglieder / Beifall für neues Konzept

DIEPHOLZ - Das traditionsreiche Schützenkorps Diepholz will seine Schützenfeste ab 2012 nicht mehr auf Lüdersbusch, sondern zentral in der Innenstadt feiern und dadurch mehr Bürger zum Mitfeiern bewegen.

Mit überwältigender Mehrheit und ohne Wortmeldungen gegen das von einem achtköpfigen Gremium des Vereins vorgelegten Konzept stimmten die Mit­glieder für diese Änderung mit „historischer Bedeutung".

Es gab 142 Ja-Stimmen aus den Reihen der Schützen, die am Donnerstagabend zu der außerordentlichen Generalversammlung ins „Haus Herrenweide" ge­kommen waren. Nur 3 stimmten in der geheimen Wahl gegen die Neuerung. Zudem wurden 1 Enthaltung und 1 ungültige Stimme gezählt. Damen und Jugendliche (unter 18 Jahre) stimmten separat ab: 21 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen.

Insgesamt waren 172 stimmberechtigte Mitglieder im Saal.

Das Schützenkorps strebt nun an, das Fest auf der Schlossinsel zu feiern. Sollte das nicht möglich sein, werden Alternativstandorte in der Innenstadt geprüft.

Vor dem Hintergrund, dass immer weniger Bürger das Fest im abgelegenen Lüdersbusch besuchen, wo das Korps seit vielen Jahrzehnten feiert, hatte eine achtköpfige Gruppe aus dem Korps ein detailliertes Konzept erarbeitet. Dieses wurden bei der Vorstellung am Donnerstagabend durchweg mit Beifall bedacht.

Das Konzept sieht unter anderem vor, dass das Schützenfest schon am Donnerstag mit dem Platzkonzert im Müntepark und dem Großen Zapfenstreich am Rathaus beginnt.

Der Termin zwei Wochen nach Pfingsten bleibt.

Das „Schmückefest", das sich in den letzten Jahren zu einem großen „Fest vor dem Fest" entwickelt hatte, soll entfallen - oder nur ganz klein auf Kompanie-Ebene gefeiert werden.

Das bisherige Sonnabend-Programm des Schützenfestes (Antreten in der Innenstadt, Umzug, Königschießen der Jugend) wird laut Konzept auf Freitag gelegt. Am Sonnabend wird dann (nach Umzug am Nachmittag) abends der neue König ausgeschossen. Vorteil: Er kann dann gleich bei einem großen Festball mitfeiern.

Am Sonntag soll es kein Schützenfest-Programm mehr geben. Falls der Festwirt eine Veranstaltung (zum Beispiel Jazz-Frühschoppen) organisieren möchte, werde ihm das freigestellt.

Für das Adlerschießen direkt am Festplatz soll nach dem neuen Konzept eine Armbrust benutzt werden. Eine mobile, zugelassene Schießanlage ist in Vechta zu mieten. Nach den Vorstellungen des Gremiums sollen alle Bürger am Adlerschießen teilnehmen können, also auf Flügel, Zepter und so weiter schießen dürfen. Das Königsschießen (auf den Rumpf) soll weiterhin Mitgliedern des Schützenkorps vorbehalten sein.

Die Gremiums-Mitglieder Karsten Brüning, Bernd Brüning, Günter Pieper, Thomas Wilck, Frank Zillig, Dirk Haverkamp, Michael Hirtler und Mathias Kass­ling stellten Konzept und Hintergründe wie schwindende Mitgliederzahl, Nachwuchsmangel und ein positives Beispiel einer Festverlegung aus Cloppenburg in einer aufwändigen Präsentation vor.

Nicht nur die Mitglieder des Gremiums waren nach der sachlichen Fragerunde und der eindeutigen Abstimmung, die Hans-Werner Schwarz leitete, erleich­tert. ( Quelle: Diepholzer Kreisblatt )